Klara in die Schule gebracht.

Gespräch mit der Lehrerin. Kurz. Können Sie ein wenig achtgeben? Auf Klara? Ja. Anruf im Hort. Bitte, auf Klara achten. In die Klinik gefahren. Noch im Auto bei der Beratungsstelle angerufen und unsere Lage erklärt.

Die Antwort: Eine Familienhilfe sollen wir beantragen.

Ich sage: Aber. Aber. Wir wollen doch nur ein Gespräch. Hilfe. Beim Entscheiden.

Wir sollen den Antrag ausfüllen für eine Familienhilfe. Den schicken sie uns zu. Dann können wir sprechen. Darüber.

Aber nein. Wir brauchen jetzt ein Gespräch.

Das geht nicht. Leider. Erst den Antrag ausfüllen.

Verstehen sie nicht? Unser Kind wird sterben. Sehr bald.

Füllen sie den Antrag aus. Dann, dann werden wir reden.

Versteht mich keiner? Außerhalb der Klinik. Der Neonatologie.
In der Klinik. Innerlich aufgewühlt. Klingeln. Gang runter. Rechts. Sachen einschließen. Hände desinfizieren. Milch in den Kühlschrank. Josef, wie war die Nacht. Unverändert. Milch abpumpen. Wie lange noch? Die Seelsorgerin. Ist da. Sprechen über die Taufe. Und darüber, dass wir spüren werden, wann wir Josef gehen lassen können. Es wird sich in uns etwas verändern. Vertrauen sollen wir auf uns. Danke. Diese Worte haben wir für uns gebraucht. Die Elternberatung fragt: Was brauchen sie? Gespräche. Ein wenig. Nicht bei Josef. Im Besprechungsraum. Es hilft. Das Mit-Aushalten der anderen Menschen. Tränen. Worte. Ängste. Wie wird das sein? Das Sterben.
Kuscheln mit Josef. Mein lieber Josef. Spüren und einsaugen. Alles von dir. Speichern in meinen Zellen. Damit ich davon zehren kann, wenn du nicht mehr spürbar bist. Dann Uli. Kuscheln. Josefs Beatmung klackt. Das vertraute Klacken. Packe Josefs Bodys ein. Sie riechen nach ihm. Zu Hause werde ich sie vakuumieren. Für später.
Nach Hause. Zu Klara. Schlaf gut, Josef. Wir bringen dir morgen Sachen mit. Deine für dich gedachten Dinge von zu Hause. Wir machen es uns schön. Die Tage mit dir.