Es ist Samstag.

Ruhiger ist es. Vor zwei Wochen, Josef, wurdest du geboren.
Ich fahre vor. In die Klinik. Mit dem Zug. Dann laufe ich ein Stück. Es ist kalt und ich sauge die kalte Luft in meine Lungen. Ich atme für dich mit, Josef.
Durch die Notaufnahme. Treppe rauf. Klingeln. Ich bin es. Die Mama von Josef. Gang runter. Rechts. Sachen in den Schrank. Hände desinfizieren. Milch in den Kühlschrank. Die Dinge für Josef dabei. Sachen zum Anziehen. Kuscheldinge. Ein Unterhemd von mir. Das bekommst du Josef zum Kuscheln. Dann bin ich da, auch wenn ich nicht da bin. Ich nehme dann deine Sachen mit. Dann bist du da auch wenn du nicht da bist.
Mein Josef, wie war die Nacht? Unverändert. Kuscheln mit Josef. Spüren. Und weinen. Allein sein mit Josef. Auf der Intensivstation. Uli und Klara kommen nach. Zur Mittagszeit. Klara malt. Uli liest ihr und Josef vor. Ab und zu kommt die Schwester. Alles in Ordnung? Ja. Wir versorgen Josef. Temperatur messen. Windeln wechseln. So gut wie wir es können. Am Nachmittag besucht uns und Josef eine Freundin auf der Station. Begrüßt ihn und verabschiedet sich. Kann es nicht begreifen. Das mit dem Leben und Sterben. Worte in meinem Kopf. Verankern sich nicht im Gefühl. HIE. Keine Reflexe. Mit dem Leben nicht vereinbar. Die Gedanken verstehen. Nicht das Gefühl. Ich spüre Josef doch.
Uli kuschelt mit Josef. Ich gehe mit Klara Kakao trinken. Da draußen. Überall Weihnachtsstimmung. Was hat das mit uns zu tun? Dieses Weihnachten. Nichts. Schnell wieder in die Klinik. Ein sicherer Ort gerade. Neben dem Zuhause. Klara langweilt sich. Klara, du hast ja recht. Möchtest du Josef auf deinem Schoß halten? Ja. So ein Glück.
Nach Hause, lieber Josef. Morgen ist deine Taufe. Schön soll sie werden, deine Taufe. Schlaf gut!