Sonntag.

Um 5.30 Uhr klingelt der Wecker. Ich pumpe Milch ab und wecke ungewollt Klara mit dem Pumpgeräusch. Schlaf weiter, meine Klara. Ich gehe ins Bad und wasche mich. Ob die Schwester mich hört? Ich gehe ins Wohnzimmer und küsse Josef. Er schläft noch. So friedlich liegt er in seinem Beistellbett. Ist das nicht eigentlich dafür gedacht am Bett der Mama zu stehen? Schießt es mir durch den Kopf. Verlange nicht zu viel, sage ich mir innerlich.

Wie war die Nacht, frage ich. Die Schwester berichtet: Beim Sondieren wird Josef meist wach. Schläft dann aber wieder ein. Sie hat viel mit ihm gekuschelt. Beim Körperkontakt entspannte sich Josef. Gegen 3.00 Uhr hat sie ihm ein Kirschkernkissen warm gemacht. Sie hatte das Gefühl, er hatte Bauchschmerzen. Danke. Ich gehe in die Küche und setze Wasser auf. Für den Kaffee und Tee. Die leeren Milchflaschen sind schon im Geschirrspüler. Ich bringe Tassen ins Schlafzimmer. Dann nehme ich vorsichtig Josef und trage ihn ins Schlafzimmer. Ich verabschiede die Schwester. Schlafen sie gut. Bis zum nächsten Mal. Einen schönen Sonntag wünscht sie uns.

Wieder sind wir alle zusammen im Bett. Welch ein Glück! Josef ist heute etwas unruhiger. Oft müssen wir ihn absaugen, so dass Klara den Fernseher nicht mehr hört. Wir stehen auf und lassen Klara weiter fernsehen. Wir frühstücken gemeinsam in der Küche. Heute kommt niemand. Keiner wird heute am Tag klingeln. Wie schön! Es schneit. Klara möchte Schlitten fahren. Wir beschließen, dass Uli und Klara Schlitten fahren gehen. Ich werde mit Josef allein zu Hause bleiben. Ganz allein sind wir, mein Josef. Uli und Klara sind drei Stunden weg. Eindeutig zu lange. Ich kam kaum hinterher. Milch abpumpen. Josef absaugen. Josef die Milch geben. Ich bin erschöpft als Klara und Uli nach Hause kommen. Überlasse Uli die Kinder und stelle mich auf den verschneiten Balkon und weine. Ich weine, weine und weine. Josef ist krank. Schwer krank. Allein schaffe ich es nicht. Wir essen Abendbrot. Nudeln gibt es. Nudeln mit Pesto. Zusammen essen wir in der Küche. Zusammen schauen wir Kika. Zusammen lesen wir Klara vor und machen ihr das Hörspiel an.

Kurz vor 21.00 Uhr klingelt es. Die Schwester kommt. Wir berichten vom Tag und überlassen ihr unseren Josef für die Nacht. Gute Nacht, Josef. Schlaf gut. Ich schlafe heute schnell ein. Zu müde heute. Um 3.00 Uhr pumpe ich Milch ab. Bringe sie in die Küche und stelle sie in den Kühlschrank. Ich gehe zu Josef. Er ist wach. Liegt auf dem Sofa bei der Schwester. Alles gut, frage ich. Ja. Er hat gerade seine Milch bekommen. Gut.