Author : Anne

539 | Der Wecker klingelt um 6.30 Uhr.

Du vertraust uns nicht, sagt die Schwester. Einatmen und Ausatmen. Wir möchten es einfach nur wissen, sage ich. Und wenn ich schnell reagieren muss, fragt sie. Du nicht da bist? Was dann? Einatmen und Ausatmen.

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538 | Um 6.30 Uhr klingelt der Wecker.

Er kümmert sich. Wir werden einen festen Ansprechpartner bekommen. Es tut ihm aufrichtig leid. Aufrichtig. Einatmen und Ausatmen. Danke, sage ich. Ich möchte. Dass sie kommen. Möchte, dass sie sehen, wie es ist. Mit unserem Josef. Kommen sie?

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537 | Es klopft an der Tür. Mein Herz. Bis zum Hals.

Danke, dass du zu uns kommst. Bleibst, wenn es schwierig wird. Aushältst. Danke. Schon gut, sagt sie. Schon gut. Nein, sage ich. Es ist nicht selbstverständlich. Ich danke dir dafür. Wir danken dir. Sie lächelt. Es ist ihr unangenehm.

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536 | Der Wecker klingelt um 6.30 Uhr.

Wie machst du das nur, mein Josef? Wie ein Schalter. Plötzlich ist seine Atmung wieder ruhig. Ich verstehe es nicht. Einatmen und Ausatmen. Annehmen. Es ist besser. Gerade ist es besser. Mit der Atmung. Josef, mein Josef.

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535 | Um 6.30 Uhr klingelt der Wecker.

Klara fragt, was ist los? Josef, sage ich. Hat wahrscheinlich einen Infekt. Die Ärztin kommt nachher. Stirbt er, fragt Klara? Einatmen und Ausatmen. Das weiß ich nicht, sage ich. Wir holen dich, sage ich. Du bist nicht allein, meine Klara.

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534 | Der Wecker klingelt. Ich bin wach.

Was darf ich sein? Was erlaube ich mir? Was wird erwartet? Stopp, denke ich. Nicht die Erwartungen der anderen Menschen als Maßstab nehmen. Nicht die vermeintlichen Erwartungen der Anderen. Es ist unser Leben. Unser. Nicht das der Anderen.

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