Author : Anne

Um 7.00 Uhr klingelt der Wecker.

Darf die Beerdigung seines eigenen Kindes schön sein? Darf ich es so empfinden? Schmerzhaft schön? Stimmig mit Josef und uns? Darf ich es sagen, ohne fragend beäugt zu werden? Ich darf. Das spüre ich. Dafür bin ich dankbar.

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Es ist 7.00 Uhr. Der Wecker klingelt.

Klara kuschelt sich an mich. Ich küsse sie. Sage immer wieder, es ist schon gut, meine Klara. Ist schon gut. Nichts ist gut, denke ich. Nichts. Doch für Klara müssen wir wieder gut werden, Uli. Für Klara.

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Um 7.00 Uhr klingelt der Wecker.

Sie sagt, sie hat uns angesehen, wie es uns ging. Ganz dünn waren wir. Die Haut ganz dünn. Wurde immer dünner mit den Monaten. Immer dünner. Riss fast. Die Haut.

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Der Wecker klingelt. Es ist 7.00 Uhr.

Es tut mir gut, mit Menschen zu sprechen, die ihn kannten. Die sagen, weißt du noch? Die sich erinnern. Fragen. Wie war das nochmal? Erzählen von ihrem Erleben mit ihm. Mit uns. Die lachen. Mit uns. Die uns aushalten.

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Ich bin wach. Schon lange.

Wir gehen los. Ziehen um die Häuser. Die Kinder klingeln. Wir warten vor den Türen. Andere Kinder begegnen uns. Verkleidet. Wie gut das ist. So eine Verkleidung. Denke ich. Ein Mantel. Wie gut.

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Nachspüren: Die Ansprache für Josef

So liegt in aller Müdigkeit etwas Schönes und Tröstliches, eine Begeisterung über ein Kind, das mit seinem kurzen und schweren Leben euch, seine Eltern und seine Schwester und mit ihnen viele Menschen bewegt, berührt und verändert hat.

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