Der Wecker klingelt. Um 6.30 Uhr.

Ich pumpe Milch ab. Stehe auf. Gehe ins Bad. Wasche mich.

Ich habe heute Geburtstag. 37 Jahre lebe ich nun. Geburtstag. Was an solch einem Geburtstag machen, denke ich. Ich gehe ins Wohnzimmer. Josef schläft noch. Gehe in die Küche. Stelle die leeren Milchflaschen in den Geschirrspüler und die vollen in den Kühlschrank. Einatmen und Ausatmen.

Gehe ins Wohnzimmer. Frage nach der Nacht. Innerlich stelle ich mich auf eine Aneinanderreihung von Fremdworten ein. Sie sagt aber nur, es war eine ruhige Nacht. Gegen zwei fiel die Sauerstoffsättigung kurz auf 89%. Nach dem Absaugen war es wieder gut. Erhöhte Temperatur hat er keine. Gut, sage ich. Sehr gut.

Uli kommt zu uns. Wir verabschieden die Schwester. Klara ist schon wach. Sie schaut Kinderfernsehen. Josef schläft. Schlaf ruhig noch, mein Josef. Als die Schwester weg ist, gratuliert mir Uli. Klara kommt angesprungen. Singt ein Lied. Schenkt mir ein Bild. Ein Geburtstagsbild.

Josef wird wach. Ich nehme ihn vorsichtig aus seinem Bett. Inhaliere ihn. Sauge ihn ab. Dann herze ich ihn. Küsse auch. Josef, so schön. Du bist da. Welch ein Geburtstagsgeschenk! Wir frühstücken zusammen. Josef auf meinem Schoß. Er ist relativ entspannt. Es gibt einen Geburtstagskuchen. Blumen auch. Anrufe und Mails. Geburtstag heute.

Gegen Mittag gehen wir zusammen spazieren. Heute durch den Park. Klara möchte auf den Spielplatz. Ich trage Josef im Tragetuch. So ein Geschenk. Der Nachmittag verfliegt. Der Geburtstag verfliegt. Die Sonne scheint. Am Nachmittag wird es trüb.

Zum Abendbrot gibt es Pizza. Uli holt sie aus der Pizzeria in unserem Haus. Geburtstagspizza. Josef ist da. Klara ist da. Uli ist da. Ein ruhiger Tag. Ein schöner Tag heute. Zusammen bringen wir Klara in unser Bett. Uli liest ihr vor. Macht ihr das Hörspiel an. Josef liegt auf mir. Zusammen atmen wir. Mit jedem Atemzug entspannt er sich. Das ist schön.

Nur ich bin irgendwie angespannt. Immer angespannt. Sprungbereit

Um 21.30 Uhr klingelt es. Die Schwester. Mir ist unwohl irgendwie.

Um 3.00 Uhr pumpe ich Milch ab. Gehe ins Wohnzimmer. Josef. Am Sauerstoff. Mir schlägt das Herz bis zum Hals. Ich bin hellwach. Frage. Was ist los? Die Schwester wirkt entspannt. Sitzt auf dem Sofa. Sagt, nichts Besonderes. Josef hatte nur etwas Mundbodenatmung und seine Sauerstoffsättigung war bei 90% im Schlaf. Jetzt mit dem Sauerstoff ist die Sättigung bei 99%. Wach war er bisher nicht. Er schläft ganz entspannt. Okay sage ich.

Gehe ins Bett. Wecke Uli. Sage, Josef ist am Sauerstoff. Warum, fragt Uli. Ich weiß es nicht. Verstehe es nicht, sage ich. Uli schläft wieder ein. Ich schlafe nicht mehr ein. Habe ein Gefühl von Kontrollverlust.