Früh. Durch die Dunkelheit

in die Klinik. Klingeln. Langer Gang. Rechts. Sachen in den Schrank einschließen. Hände desinfizieren. Milch in den Kühlschrank. Welche Schwester ist für Josef da? Fragen. Wie war die Nacht? Wie geht es ihm? Was können wir tun? Liebevoll die Schwestern. Seine Körpertemperatur wird langsam angehoben. Bisher zeigt Josef nichts. Kein Augenaufschlag. Keine Bewegung. Aber auch keine sichtbaren Krämpfe. Noch nicht. Darf ihn nun länger berühren. Meine Finger auf seine Haut legen. Josef. Ich bin es. Deine Mama. Wir haben Geduld. Die haben wir.
Gespräch mit der Elternberatung. Bitte beraten sie uns! Wie kann es mit Klara gehen? Sie möchte ihren Bruder sehen. Wir möchten Klara bei uns haben. Die Welten zusammenbringen. Und wissen nicht. Wie kann das gehen? Wie können wir erklären? Wir können uns es doch selbst nicht erklären. Ein langes Gespräch. Mut zusprechen. Tränen fließen lassen. Aushalten des nicht Aushaltbaren. Klara soll kommen! Die Krankenschwester wird dabei sein. Alles gut vorbereiten. Es wird uns Mut zugesprochen, uns mit Josef zu zeigen. Menschen die uns wichtig sind einzuladen, Josef kennenzulernen. Wir werden nicht allein gelassen. Wirklich nicht. Noch eine Frage: Ich möchte Josef einmal in meinem Arm halten. Darf ich das? Das weiß Keiner. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Josef wird es zeigen.
Pause machen. Einmal um die Klinik laufen. Dann schnell zu Josef. Lange dort gewesen. Ins Hotel zurück. Mit Klara und den Schwiegereltern gesprochen. Morgen Klara, darfst du Josef kennenlernen. Nach der Schule kommt ihr. Schlaf gut, Klara. Schlaf gut, Josef.