Früh verlassen wir das Hotel.

Es ist noch dunkel. Eintauchen in die Neonatologiewelt. Vor der Schleuse stehen. Klingeln. Warten. Wir sind es. Josefs Eltern. Langer Gang. Rechts. Sachen einschließen. Hände waschen. Desinfizieren. An den Schwestern vorbei. Fragen. Wie war die Nacht? Wer ist für Josef zuständig? Muttermilch in den Kühlschrank stellen. Name raufschreiben. Tag und Uhrzeit. Zu Josef. An den anderen beiden Inkubatoren vorbei. Kleine Frühchen. Sie bewegen sich. Ein Kind schreit sogar. Lebenszeichen. Welch ein Glück die Eltern haben? Josef liegt an dem Platz am Fenster. Er sieht sehr aufgedunsen auf. Überall die Kabel. Monitore. Infusionen. Es blinkt überall. Die Beatmung klackt. Unser Josef. Was können wir tun? Ich darf den Sauerstoffsensor von einem Fuss an den anderen legen. Ich darf etwas tun. Ihn ein wenig berühren. Uli liest ihm vor. Michael Ende. Jim Knopf. Josef, Papa liest dir vor! Es ist warm auf der Station. Wir brauchen Pausen. Durchatmen. Chefvisite. Schlecht sieht es aus. Um Josef. Abwarten. Dann MRT. Schauen, was mit seinem Gehirn ist. Abwarten. Warten darauf, was Josef zeigt. Geduld haben. Josef, die haben wir. Haben wir, Josef.
Eine Seelsorgerin kommt. Stellt sich zu uns. Neben uns. An sein Bett. Spricht aus der Seele. Kurze Worte. Direkt aus der Seele. Tränen fließen. Irgendwas kommt in Fluss. Sie kommt wieder. Schaut die Tage nach uns. Danke.
Irgendwann ins Hotel. Es ist dunkel. Die ganze Zeit dunkel. Weihnachtsstimmumg. Da draußen. Erreicht mich nicht. Außerhalb der Zeit. Mit Klara telefonieren. Sie fragt: Wann darf ich zu Josef?Morgen besprechen. Wie kann das gehen? Können wir Klara Josef so zumuten? Milch abpumpen. Schlaf.