Ich bin wach. Schon lange. Es ist 7.00 Uhr.

Dann. Stehen Josefs Sachen im Hof. Werden eingeladen. In den Transporter. Ich stehe am Fenster. Weine. Schluchze. Laut. Sehr laut. Josefs Zimmer gibt es nicht mehr. Seine Sachen gibt es nicht mehr. Werden nun aufbereitet für andere Kinder.

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Um 7.00 Uhr klingelt der Wecker.

Uli und ich wollen den Sarg tragen. Mit einem Freund und dem Pfleger. Möchten Josef mit den eigenen Händen zu Grabe tragen. Josef. Ein letztes Mal tragen. Unseren Josef. Es ist uns wichtig. Ein letztes Mal etwas tun.

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Der Wecker klingelt. Es ist 7.00 Uhr.

Wie wollen wir die Menschen einladen, mit in die Kapelle zu kommen? Wie? Die Bestatterin sagt, vielleicht kann jeder ein Teelicht bekommen und es auf den Sarg stellen. Noch einmal innehalten. Einen Moment für sich und Josef haben.

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Um 7.00 Uhr bin ich wach.

Uli steht vor einem großen Stein. Einem Findling. Sagt, das ist er. Das ist Josefs Stein. Wir lachen. Sind dann ganz berauscht von dem Gedanken. Ja, Josef bekommt einen riesigen Findling. Wir malen ihn an, sagt Uli. Jetzt. Hier. Heute.

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Josef, mein Josef. Du bist nicht bei uns.

Uli fährt das Auto. Durch die Stadt. Parkt. An den Friedhöfen. Dann laufen wir. Es regnet. Immer Regen. Der Himmel weint. Josef, mein Josef. Der Himmel weint. Wir auch. Wir suchen den Ort, mein Josef. Für dich. Für uns.

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Klara schreibt. Mein Wecker klingelt um 7.07 Uhr.

Die Lehrerin sagt etwas über Josef. Ich komme nach vorne, zeige Fotos. Ich setze mich wieder. Meine Sitznachbarin flüstert mir zu, sie würde an meiner Stelle jetzt weinen. Ich ignoriere sie, aber ich bin verletzt und denke mir, wieso?

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Ich bin wach. Klara schläft. Ich küsse sie.

Dann legen wir den Sargdeckel auf den Sarg. Tränen. Wir schrauben ihn zu. Den Sargdeckel. Mich durchströmt ein Gefühl von Sicherheit. Ruhe und Sicherheit.

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Um 5.00 Uhr bin ich wach. Klara schläft.

Ich rufe in der Schule an. Sage freundlich, Klara kommt nicht. Ihr Bruder ist am Samstag gestorben. Die Worte am anderen Ende höre ich nicht mehr.

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Klara schläft. Ganz eingekuschelt liegt sie im Bett.

Die Hauswirtschaftsfrau hat einen Kuchen gebacken. Kaffee. Tee. Wasser. Klara. Klara, meine Klara. Sie kommt und geht. Spielt mit den Geschwisterkindern. Blumen. Viele Blumen.

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Die Schwester sagt: Klara kommt.

Sind so stolz auf Josef. Er hat es so gut mit uns gemacht. Ist nicht in einer Krise gestorben. Immer wieder sagen wir diese Worte.

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Klara schreibt. Heute bin ich früh aufgewacht.

Als sie mich dann zu Hause absetzten, sah ich schon zwei Ärzte vor unserem Haus. Ich dachte mir nichts dabei. Ich ging ins Haus und die Treppe hoch zu unserer Wohnung.

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